Am Samstag, den 12. September, standen wir mit einem eigenen Stand beim Straßenfest von Folsom Europe, mitten in Schöneberg, zwischen Menschen, die dafür aus ganz Europa und darüber hinaus nach Berlin gekommen sind.
Was beim Folsom Europe eigentlich passiert
Wer es noch nie erlebt hat, kann sich das ungefähr so vorstellen: Die Fuggerstraße und die Welserstraße in Berlin Schöneberg werden abgesperrt und gehören ab Mittag Leder, Latex, Rubber, Harnesses, Uniformen sowie allem, was sich Menschen darüber hinaus für diesen Tag überlegt haben. Vorne läuft die Hauptbühne, dazwischen reihen sich Bars, Foodtrucks und Verkaufsstände aneinander, während ein Stück weiter in der Animal Farm die Pups und Furries ihren eigenen Bereich haben.
In diesem Jahr fand das Ganze zum 23. Mal statt. Das Straßenfest ist eine geschlossene Veranstaltung ab 18 Jahren. Über 20.000 Menschen füllen ein paar hundert Meter Wohnstraße, Nachbar*innen schauen aus ihren Fenstern, irgendwer führt zwischen zwei Rubbersuits seinen Hund spazieren und niemand findet daran etwas erklärungsbedürftig. Eine Community, die den Rest des Jahres eher hinter Türen stattfindet, nimmt sich ein Wochenende lang ganz selbstverständlich den öffentlichen Raum, bei Tageslicht und mitten in einem Wohngebiet.

Wie wir dazwischen gelandet sind
Unser Job war an diesem Samstag vermutlich der einfachste der Welt, weil wir niemandem erklären mussten, warum Sex ein Thema ist. Wir haben erzählt, wer wir sind und wie Every Health funktioniert, also dass der ganze Weg bei uns online läuft, von der Beratung über die Behandlung bis zu den Produkten, ohne Wartezimmer und ohne Small Talk mit einer Sprechstundenhilfe über Dinge, die niemanden etwas angehen.
Vor allem aber haben wir zugehört, deutlich mehr sogar, als wir vorher gedacht hätten. Auf einem Fetischfest reden die Leute anders mit dir als an den meisten anderen Orten, nämlich direkt und ohne lange Anlaufzeit.
Am Stand ging es dann überraschend oft um den Darm
Das klingt nach dem unromantischsten Thema, das man sich an so einem Tag vorstellen kann, war bei diesem Publikum aber genau das, was viele beschäftigt hat. Wer bottomt, kennt die Vorbereitung, die Unsicherheit davor und die Fragen, die man Freund*innen meistens nur zur Hälfte stellt. Genau dort sind unsere Gespräche immer wieder gelandet, mal beiläufig zwischen zwei Runden am Glücksrad, mal sehr konkret und mit Nachfragen bis ins Detail.
Unsere Antwort darauf heißt Gut Feeling, eine tägliche Routine für den Darm, die wir zusammen mit Expert*innen entwickelt haben. Der Gedanke dahinter ist simpel: Ein Darm, der einen verlässlichen Rhythmus gefunden hat, macht vieles entspannter, im Alltag genauso wie beim Sex.
Der Rest von unserem Stand war ehrlich gesagt vor allem Spielwiese. Es gab ein Glücksrad, ein Wire Game am heißen Draht sowie ein kleines Quiz zu sexueller Gesundheit, an jeder der drei Stationen konntet ihr Punkte sammeln und am Ende haben wir alles zusammengezählt und in einen Gutschein umgerechnet. Am lautesten wurde es am Wire Game, wo zwischen Lachen und Fluchen ganze Freundesgruppen hintereinander antreten mussten.

Mitnehmen konntet ihr Caps, Shirts, Fächer sowie Hundemarken, die wir direkt vor Ort graviert haben.
Als wir den Stand abgebaut haben
Am Abend haben wir zusammengepackt und dabei gemerkt, wie gut ein ganzer Tag tut, an dem Scham überhaupt keine Rolle spielt. Genau deshalb stehen wir auf so einem Fest und nicht nur in Konferenzräumen. Gespräche über Sex, Körper und Gesundheit werden in dem Moment leicht, in dem niemand mehr so tut, als wäre das Thema irgendwie unangenehm.
Danke an alle, die bei uns gedreht, geflucht, geraten, geredet und uns ihre Fragen mitgebracht haben. Und danke an Folsom Europe für ein Wochenende, das Berlin jedes Jahr ein Stück offener macht.
Nächstes Jahr sind wir wieder am Start.









