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Wissen schützt

STI-Ratgeber

Erfahre mehr über STIs, Prävention uvm.

Sexuell übertragbare Infektionen können jede*n betreffen und doch wird oft zu wenig über sie gesprochen. Mit diesem Ratgeber möchten wir dir verständlich, fundiert und ohne Tabus die wichtigsten Informationen rund um Vorbeugung, Anzeichen, Tests und Möglichkeiten für Behandlungen an die Hand geben. Damit er immer aktuell und hilfreich bleibt, pflegen und erweitern wir ihn fortlaufend.

Willkommen in unserem STI-Ratgeber

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Was sind STIs?

Der Begriff STIs steht für sexuell übertragbare Infektionen (engl. sexually transmitted infections), also solche, die vor allem (aber nicht nur!) durch sexuelle Kontakte übertragen werden können. Dazu zählen zum Beispiel Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis oder HIV. Viele STIs verlaufen zunächst ohne Symptome, können aber, wenn sie unbehandelt bleiben, gesundheitliche Folgen haben.

Was sind STDs?

Der Begriff STDs steht für sexuell übertragbare Erkrankungen (engl. sexually transmitted diseases). Der Begriff wird oft synonym zu STIs verwendet, beschreibt allerdings eher die Krankheit, die aus einer Infektion entstehen kann. Während eine Infektion also schon ohne Beschwerden vorliegen kann, spricht man von einer „disease“, wenn Symptome auftreten.

Warum sprechen wir von STIs und nicht von STDs?

Heute wird zunehmend der Begriff STI verwendet, weil er präziser ist: Nicht jede Infektion führt automatisch zu einer Erkrankung. Im Deutschen ist nach wie vor der Begriff Geschlechtskrankheit geläufig, er ist aber ungenau und kann stigmatisierend wirken. Mit STI betonen wir den medizinisch korrekten und neutraleren Ausdruck.

Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind Bakterien (Chlamydia trachomatis) und gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Oft verlaufen sie ohne Symptome, können aber unbehandelt zu ernsten Folgeschäden führen, wie z. B. Unfruchtbarkeit.

Lymphogranuloma venereum (LGV) ist eine aggressive Chlamydien-Sonderform (L1–L3), die das Lymphsystem befällt und sich durch starke Analbeschwerden, Fieber sowie geschwollene Leistenlymphknoten bemerkbar macht. Eine sichere Diagnose erfolgt durch einen zweistufigen PCR-Labortest, die Behandlung erfordert eine 21-tägige Antibiotika-Therapie zur Vermeidung chronischer Gewebeschäden.

Wer ist besonders betroffen?

  • Junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren.
  • Schwule und bisexuelle Männer jeden Alters.
  • Die spezielle Form LGV (Lymphogranuloma venereum) kommt in Deutschland fast nur bei Männern vor, die Sex mit Männern haben.

Wie werden Chlamydien übertragen?

  • Vaginal, anal oder oral durch Schleimhautkontakt.
  • Auch Schmierinfektionen beim Sex sind möglich: Erreger können über die Hände oder geteiltes Sexspielzeug von einer Person zur nächsten oder an andere eigene Körperstellen gelangen.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome senken das Risiko deutlich.
  • Früherkennung: Für Frauen bis 25 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung einmal im Jahr kostenlos einen Chlamydien-Test. Frag am besten bei deiner Krankenkasse nach, ob du Anspruch hast.

Welche Symptome können auftreten?

Oft keine, daher bleiben viele Infektionen unbemerkt. Wenn doch, dann z. B.:

  • Frauen: Ausfluss (wässrig oder eitrig), Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen.
  • Männer: Klarer Ausfluss aus der Harnröhre, Brennen beim Wasserlassen.
  • Rektal: Ausfluss, Juckreiz, manchmal Schmerzen.
  • Rachen: Meist keine Beschwerden.
  • LGV: Starke Schmerzen, geschwollene Lymphknoten in der Leiste, Blutungen, Probleme beim Stuhlgang.

Wie wird getestet?

  • Urinprobe und Abstriche aus Harnröhre, Gebärmutterhals, Rektum und/oder Rachen.
  • Bei LGV: Spezielle Untersuchung zur Abgrenzung von anderen Chlamydien-Formen mittels zweistufigem PCR-Labortest.

Wie wird behandelt?

  • In der Regel Antibiotika für mindestens eine Woche (bei LGV drei Wochen).
  • Sexualpartner*innen der letzten Wochen werden in aller Regel mitbehandelt, auch ohne separaten Test, um Ping-Pong-Infektionen zu vermeiden.

Gut zu wissen

  • Chlamydien sind gut behandelbar.
  • Früh erkannt, lassen sich Spätfolgen vermeiden.
  • Regelmäßige Tests sind besonders wichtig, wenn du wechselnde Partner*innen hast.
  • Eine einmalige Ansteckung mit Chlamydien führt nicht zu einer Immunisierung; man kann sich direkt nach einer erfolgreichen Behandlung erneut infizieren.

Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Unbehandelt kann sie verschiedene Organe angreifen und schwerwiegende Spätfolgen verursachen, ist aber mit Antibiotika gut heilbar.

Wie verbreitet ist Syphilis?

  • In Deutschland gibt es jährlich ca. 7.000–8.000 neue Fälle.
  • Am häufigsten betroffen: Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).
  • Häufiger in Großstädten.
  • Meldepflicht: Fälle werden anonymisiert an das Gesundheitsamt gemeldet.

Wie wird Syphilis übertragen?

  • Vor allem durch engen Schleimhautkontakt beim Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr.
  • Ansteckung geschieht über kleine Wunden oder direkten Kontakt mit Geschwüren oder feuchten Warzen (Condylomata lata).
  • Seltener: Von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, über Blut oder durch Nadelstichverletzungen.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome reduzieren das Risiko deutlich (ca. 95 %), bieten jedoch keinen vollständigen Schutz, da Wunden auch außerhalb des Kondombereichs liegen können.
  • Regelmäßige Tests bei Risikokontakten – besonders empfohlen für MSM mit wechselnden Partnern (alle 3–6 Monate).
  • Schwangere werden in Deutschland standardmäßig getestet.

Welche Symptome können auftreten?

Syphilis verläuft in mehreren Phasen:

  • Frühphase (nach ca. 3 Wochen): Schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle (Genital, Analbereich, Mund) + geschwollene Lymphknoten.
  • Zweite Phase: Hautausschlag (oft an Handflächen und Fußsohlen), grippeähnliche Beschwerden, feuchte Warzen in Hautfalten, Haarausfall.
  • Symptomfreie Phase (Latenz): Die Beschwerden verschwinden, doch die Erreger schlafen nur. Die Erkrankung ist im Labor weiterhin nachweisbar und kann jederzeit in das gefährliche Spätstadium übergehen.
  • Spätphase (selten): Schwere Schäden an Gehirn, Herz, Nerven und anderen Organen.

Wie wird getestet?

  • Bluttest (Antikörpernachweis).
  • In frühen Stadien auch direkter Erregernachweis aus der Wunde.
  • Bei Verdacht auf Beteiligung des Nervensystems: Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit.

Wie wird behandelt?

  • Standardtherapie: Penicillin-Spritze (einmalig oder über mehrere Wochen, je nach Stadium).
  • Alternative bei Penicillinallergie: Andere Antibiotika (z. B. Doxycyclin).
  • Wichtig: Auch Sexualpartner*innen der letzten Wochen bzw. Monate sollten sich behandeln lassen, um erneute Ansteckungen zu vermeiden.

Gut zu wissen

  • Syphilis hinterlässt keine Immunität, man kann sich jederzeit erneut anstecken.
  • Früherkennung schützt vor schweren Spätfolgen.
  • Besonders wichtig ist das Testen bei neuen oder wechselnden Partner*innen.

Was ist Gonorrhö?

Gonorrhö, umgangssprachlich auch Tripper genannt, ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae) verursacht wird. Sie kann Genitalien, Enddarm und Rachen betreffen, oft ohne dass man etwas davon merkt.

Wie verbreitet ist Gonorrhö?

  • In Deutschland schätzungsweise 25.000-30.000 neue Fälle pro Jahr.
  • Zweithäufigste bakterielle STI nach Chlamydien.
  • Besonders betroffen: Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und junge Erwachsene mit wechselnden Partner*innen.

Wie wird Gonorrhö übertragen?

  • Vaginal-, Anal- und Oralverkehr.
  • Übertragung auch durch Finger- oder Sexspielzeug-Kontakt, wenn keine Kondome oder Schutzfolien verwendet werden.
  • Mutter-Kind-Übertragung während der Geburt möglich.
  • Keine Ansteckung über Toiletten, Handtücher oder Schwimmbäder.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome und Lecktücher reduzieren das Risiko deutlich.
  • Regelmäßige Tests bei häufig wechselnden Partner*innen, für MSM alle 3–6 Monate empfohlen.
  • Tests können gleichzeitig auf Chlamydien und Gonorrhö prüfen.

Welche Symptome können auftreten?

Oft keine, besonders im Rachen oder Enddarm. Wenn doch, dann z. B.:

  • Frauen: Vermehrter Ausfluss, Zwischenblutungen, Unterbauchschmerzen.
  • Männer: Gelb-eitriger Ausfluss aus der Harnröhre, Brennen beim Wasserlassen.
  • Rektal: Juckreiz, Ausfluss, manchmal Blutungen.
  • Rachen: Meist symptomlos, manchmal Halsschmerzen.
  • Unbehandelt kann Gonorrhö zu Entzündungen, Unfruchtbarkeit und chronischen Schmerzen führen.

Wie wird getestet?

  • Urinprobe und Abstriche von Harnröhre, Gebärmutterhals, Rachen oder Enddarm.
  • Moderne Tests (PCR) sind sehr zuverlässig und erkennen auch symptomlose Infektionen.

Wie wird behandelt?

  • Standard: Einmalige Antibiotika-Spritze (Ceftriaxon).
  • Bei Resistenzverdacht: Antibiotika nach Testung.
  • Wichtig: Auch Sexualpartner*innen der letzten 60 Tage sollten sich behandeln lassen, auch ohne eigenen Test, um erneute Ansteckung zu verhindern.

Gut zu wissen

  • Keine dauerhafte Immunität, erneute Ansteckung jederzeit möglich.
  • Resistente Gonorrhö-Stämme (Super-Gonorrhö) nehmen weltweit zu, rechtzeitige und korrekte Behandlung ist wichtig.
  • Heilungskontrolle empfohlen, besonders bei Racheninfektionen oder in der Schwangerschaft.

Was ist Hepatitis C?

Hepatitis C ist eine Virusinfektion, die vor allem die Leber betrifft. Unbehandelt kann sie zu Leberentzündung, Leberzirrhose und Leberkrebs führen, mit modernen Medikamenten ist sie heute jedoch in fast allen Fällen heilbar.

Wie verbreitet ist Hepatitis C?

  • Weltweit: ca. 50 Mio. Menschen.
  • Deutschland: geschätzt ca. 189.000 chronische Infektionen.
  • Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung, da sie oft keine Symptome macht.

Wie wird Hepatitis C übertragen?

  • Vor allem durch Blut-zu-Blut-Kontakt, z. B. gemeinsame Spritzen oder Zubehör beim Drogengebrauch, unsterile Tätowierungen oder Piercings bzw. Nadelstichverletzungen im medizinischen Bereich.
  • Eine sexuelle Übertragung ist im Alltag selten. Das Risiko steigt jedoch deutlich an, wenn bereits andere sexuell übertragbare Infektionen vorliegen, da Entzündungen oder kleine Wunden dem Virus als Eintrittspforte dienen.
  • Mutter-Kind-Übertragung während der Geburt möglich.
  • Keine Ansteckung durch Händeschütteln, Küssen oder gemeinsames Geschirr.

Wie kann man sich schützen?

  • Kein gemeinsames Benutzen von Nadeln, Spritzen oder Zubehör.
  • Auf sterile Bedingungen bei Piercings und Tattoos achten.
  • Kondome bei Risikokontakten.
  • Hygiene im medizinischen und privaten Bereich (eigene Rasierer, Zahnbürsten).
  • Regelmäßige Tests, wenn Risikofaktoren bestehen.

Welche Symptome können auftreten?

Häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Probleme mit der Konzentration. Mögliche Anzeichen einer akuten Infektion sind dagegen:

  • Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht).
  • Dunkler Urin, heller Stuhl.
  • Bauchschmerzen rechts oben.

Unbehandelt kann Hepatitis C über viele Jahre zu Zirrhose oder Leberkrebs führen.

Wie wird getestet?

  • Bluttest auf Antikörper gegen Hepatitis C.
  • Bei positivem Ergebnis: Virus-Nachweis im Blut (HCV-RNA-Test).
  • Leberuntersuchungen zur Einschätzung von Schäden (z. B. Ultraschall, Elastographie).

Wie wird behandelt?

  • Moderne Tabletten-Therapien (DAAs) über 8 bis 12 Wochen.
  • Heilungsraten über 95 %.
  • Behandlung wird in Deutschland von den Krankenkassen übernommen.
  • Keine Schutzimpfung möglich.
  • Nach Heilung ist eine erneute Ansteckung möglich.

Gut zu wissen

  • Frühe Diagnose verhindert schwere Spätfolgen.
  • Bei bestehendem Risiko regelmäßig testen.
  • Die Behandlung ist heute kurz, gut verträglich und sehr erfolgreich.

Was ist HIV?

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) greift das Immunsystem an. Unbehandelt kann es zu AIDS führen. Dank moderner Medikamente können Menschen mit HIV heute bei rechtzeitiger Behandlung fast so lange leben wie Menschen ohne HIV.

Wie verbreitet ist HIV?

  • Weltweit leben ca. 40,8 Millionen Menschen mit HIV.
  • In Deutschland leben ca. 96.700 Menschen mit HIV, etwa 8 % wissen nichts von ihrer Infektion.
  • Die Zahl neuer Infektionen ist in Deutschland seit Jahren stabil.

Wie wird HIV übertragen?

  • Sexuell: Vor allem durch ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr (höchstes Risiko beim passiven Analverkehr).
  • Blutkontakt: Gemeinsame Spritzen oder Nadeln, Bluttransfusionen (in Deutschland extrem selten).
  • Mutter-Kind-Übertragung: Während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit in Deutschland dank Behandlung nahezu ausgeschlossen.
  • Nicht ansteckend durch: Händeschütteln, Umarmen, Küssen, gemeinsames Geschirr.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome: Senken das Risiko deutlich.
  • PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe): Vorbeugende Medikamente, kann bei richtiger Einnahme fast zu 100% wirksam sein.
  • PEP (Post-Expositionsprophylaxe): Notfallmedikation, die innerhalb von 72 Stunden nach einem möglichen Kontakt begonnen werden muss. Die Wirksamkeit der HIV-PEP (Postexpositionsprophylaxe) ist sehr hoch und liegt bei über 80 bis zu mehr als 90 Prozent, sofern sie rechtzeitig begonnen und fehlerfrei eingenommen wird. Exakte Prozentzahlen aus kontrollierten Humanstudien gibt es aus ethischen Gründen nicht, jedoch zeigen Beobachtungsdaten und Modellierungen deutliche Trends.
  • Regelmäßige Tests: Früh erkannt, ist HIV sehr gut behandelbar.

Welche Symptome können auftreten?

  • Anfangs oft keine spürbaren Beschwerden.
  • In den ersten Wochen nach Ansteckung: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Nachtschweiß, Hals- und Gliederschmerzen.
  • Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit.
  • Übelkeit, Durchfall oder Gewichtsverlust.
  • Im späteren Verlauf (ohne Behandlung): zunehmende Immunschwäche, häufige Infektionen, opportunistische Erkrankungen (schwere Infektionen oder Krebsarten, die ein gesundes Immunsystem problemlos abwehren würde, die aber die Immunschwäche als 'günstige Gelegenheit' nutzen).

Wie wird getestet?

Einer dieser Proben wird getestet:

  • Blutprobe (Venenblut).
  • Blut aus dem Finger (Kapillarblut).
  • Abstrich aus der Mundschleimhaut / Speichel.
  • Plasma / Serum für hochsensitive Labortests.

Wie wird behandelt?

  • Antiretrovirale Therapie (ART): Tägliche Tabletten oder Langzeit-Injektionen halten die Viruslast so niedrig, dass HIV nicht mehr nachweisbar ist.
  • „U = U“: Wenn HIV unter der Nachweisgrenze bleibt, wird es beim Sex nicht übertragen.
  • Behandlung sollte sofort nach Diagnose beginnen.

Gut zu wissen

  • Mit guter Behandlung können Menschen mit HIV heute ein fast normales Leben führen.
  • Moderne Therapien sind sehr gut verträglich und oft als Einzeltablette verfügbar.
  • Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose.

Was ist Herpes?

Herpes ist eine durch Herpes-simplex-Viren verursachte Infektion, die typischerweise mit schmerzhaften Bläschen an Lippen, Genitalien oder anderen Körperstellen auftritt. Die Viren bleiben dauerhaft im Körper und können bei geschwächtem Immunsystem oder Stress immer wieder ausbrechen. Die zwei Herpes-Typen heißen HSV-1 und HSV-2, wobei HSV-1 klassischerweise Lippenherpes auslöst und HSV-2 vor allem für Genitalherpes verantwortlich ist, obwohl mittlerweile beide Typen an beiden Körperstellen auftreten können.

Wie verbreitet ist Herpes?

  • Von HSV-1 sind in Deutschland rund 75 bis 95 % der Erwachsenen betroffen; die Erstinfektion verläuft bei über 90 % der Betroffenen jedoch völlig symptomlos, weshalb viele Menschen das Virus unbemerkt in sich tragen. Wenn es ausbricht, manifestiert es sich meist an der Lippe, kann von dort aber auch an das Genital oder die Analschleimhaut der Partnerin bzw. des Partners gelangen.
  • Von HSV-2 sind ca. 20 % der Bevölkerung betroffen; die Infektion manifestiert sich meist am Genital und ist dort schmerzhaft. Heterosexuelle Personen sind häufiger betroffen. Einmal infiziert, sind symptomatische Phasen jederzeit möglich. Die Frequenz variiert individuell sehr stark.

Wie wird Herpes übertragen?

  • Genital, rektal, oral: Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakt.
  • Schmierinfektion: Kontakt mit infektiöser Flüssigkeit aus den Bläschen.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome reduzieren die Übertragungswahrscheinlichkeit nur wenig. HSV wird auch „am Kondom vorbei“ übertragen: beim Küssen, beim Oralverkehr, durch Berührung (über die Finger).
  • Kontakt mit Bläschen bzw. Geschwüren meiden.
  • Bei Blasenbildung am Genital oder an der Lippe möglichst auf (Oral-)Sex und Küssen verzichten, bis zur Abheilung nach ca. 1–2 Wochen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Genital, rektal, oral: brennende, schmerzende, juckende Bläschen.
  • Die Läsionen (die Bläschen) heilen mit und ohne Behandlung stets wieder ab. Die Herpesviren bleiben aber in Nerven „versteckt“ und können deshalb an der gleichen Stelle wieder auftreten, vor allem bei Stress, starker Sonneneinstrahlung (Lippen) oder anderen gleichzeitigen Infektionskrankheiten.
  • Bei Immunschwäche sind schwere Verläufe mit Organbefall und Gehirnbeteiligung möglich.

Wie wird getestet?

  • Ärztliche Untersuchung anhand typischer Bläschen und Beschwerden.
  • Abstrich der Bläschenflüssigkeit zum direkten Virusnachweis im Labor.
  • Bluttest auf Antikörper, wenn die Infektion unklar oder ohne sichtbare Symptome verläuft.

Wie wird behandelt?

  • Bei leichtem Verlauf: lokale Therapie mit Salbe.
  • Bei schwerem Verlauf: Virustatika (Medikamente, die Virusvermehrung hemmen) als Tablette oder intravenös.

Gut zu wissen

  • Herpes-Viren bleiben nach einer Infektion lebenslang im Körper.
  • Herpes ist nicht heilbar, aber Ausbrüche lassen sich behandeln und gut kontrollieren.
  • Stress, Sonne oder ein geschwächtes Immunsystem können einen Ausbruch auslösen.
  • Die Bläschen sind ansteckend, vor allem bei direktem Haut- oder Schleimhautkontakt.

Was ist HPV?

HPV (Humane Papillomaviren) sind sehr häufige Viren, die Haut und Schleimhäute befallen können. Es gibt über 200 Typen, manche verursachen harmlose Warzen, andere können Krebs auslösen.

Wie verbreitet ist HPV?

  • Mehr als 80 % aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich irgendwann.
  • Meist heilt die Infektion innerhalb von 1–2 Jahren von selbst aus.
  • Jede*r kann betroffen sein.

Wie wird HPV übertragen?

  • Hauptsächlich durch sexuellen Kontakt (vaginal, anal, oral), auch ohne Penetration.
  • Seltener bei der Geburt von Mutter zu Kind.
  • Kondome verringern das Risiko, schützen aber nicht vollständig.

Wie kann man sich schützen?

  • Impfung: Schützt sehr zuverlässig vor den häufigsten gefährlichen HPV-Typen.
  • Empfohlen für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 14 Jahren (Nachholimpfung bis 17 Jahre).
  • Kostenübernahme: Viele Krankenkassen bezahlen die HPV-Impfung bis zu einem bestimmten Alter komplett. Frag unbedingt bei deiner Krankenversicherung nach, bis zu welchem Alter sie zahlt.
  • Kondome: Reduzieren das Risiko und schützen zusätzlich vor anderen STIs.
  • Früherkennung: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, z. B. Pap-Test beim Frauenarzt.

Welche Symptome & Folgen können auftreten?

  • Niedrigrisiko-Typen: Genitalwarzen (unangenehm, aber nicht gefährlich).
  • Hochrisiko-Typen: Veränderungen an Zellen, die zu Krebs führen können, z. B. Gebärmutterhals-, Anal- oder Rachenkrebs.

Wie wird getestet?

  • Abstrich vom Gebärmutterhals (Pap-Test) zur Früherkennung von Zellveränderungen.
  • HPV-DNA-Test zum direkten Nachweis des Virus, oft kombiniert mit dem Pap-Test.
  • Sichtbare Warzen im Genital- oder Analbereich können klinisch diagnostiziert werden.
  • Bei Männern gibt es keine Routine-Screenings; Tests erfolgen meist symptomorientiert.

Wie wird behandelt?

  • In vielen Fällen heilt eine HPV-Infektion von selbst aus, ohne Behandlung.
  • Sichtbare Veränderungen wie Feigwarzen können mit Cremes, Vereisung, Laser oder operativ entfernt werden.
  • Zellveränderungen am Gebärmutterhals werden beobachtet und je nach Befund entfernt.
  • Eine ursächliche Behandlung gegen das Virus selbst gibt es derzeit nicht.

Gut zu wissen

  • Die meisten HPV-Infektionen verschwinden von alleine.
  • Nur wenige verlaufen chronisch und können Krebs verursachen. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb wichtig.
  • HPV kann jeden betreffen, unabhängig vom Geschlecht.

Was sind Trichomonaden?

Trichomonaden sind einzellige Parasiten (Trichomonas vaginalis). Die Infektion damit gehört weltweit zu den häufigsten heilbaren sexuell übertragbaren Infektionen. Sehr oft verläuft sie ganz ohne Symptome.

Wie verbreitet sind Trichomonaden?

  • Laut Weltgesundheitsorganisation eine der vier häufigsten heilbaren STIs, zusammen mit Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis.
  • In Deutschland gibt es keine Meldepflicht, daher sind genaue Zahlen nicht bekannt.
  • Frauen sind häufiger betroffen und zeigen öfter Beschwerden als Männer.

Wie werden Trichomonaden übertragen?

  • Beim Sex durch Kontakt mit infizierten Schleimhäuten und Sekreten, vor allem vaginal.
  • Über gemeinsam genutztes, feuchtes Sexspielzeug.
  • Die Parasiten brauchen ein feuchtes Milieu und sind außerhalb des Körpers nicht lange überlebensfähig.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome und Femidome senken das Risiko deutlich.
  • Sexspielzeug vor der gemeinsamen Nutzung reinigen oder ein frisches Kondom überziehen.

Welche Symptome können auftreten?

Oft keine, daher bleiben viele Infektionen unbemerkt. Wenn doch, dann zum Beispiel:

  • Frauen: gelblich-grünlicher, unangenehm riechender Ausfluss, Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Sex oder Wasserlassen.
  • Männer: meist keine Beschwerden, selten Brennen, Ausfluss oder Reizung der Harnröhre.

Wie wird getestet?

  • Abstrich aus Scheide oder Harnröhre.
  • Untersuchung im Labor, zum Beispiel per Nukleinsäuretest oder unter dem Mikroskop.

Wie wird behandelt?

  • In der Regel ein gut wirksames Antibiotikum (meist Metronidazol) als Tablette.
  • Sexualpartner*innen werden in aller Regel mitbehandelt, um Ping-Pong-Infektionen zu vermeiden.

Gut zu wissen

  • Trichomonaden sind gut heilbar.
  • Unbehandelt können sie Entzündungen begünstigen und das Risiko für andere Infektionen wie HIV erhöhen.
  • In der Schwangerschaft ist eine Behandlung besonders wichtig, da eine unbehandelte Infektion das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung, eine Frühgeburt oder ein zu geringes Geburtsgewicht des Babys deutlich erhöht.

Was sind Mykoplasmen?

Mykoplasmen sind sehr kleine Bakterien ohne feste Zellwand. Als sexuell übertragbarer Erreger ist vor allem Mycoplasma genitalium von Bedeutung, das die Harnwege und Geschlechtsorgane befallen kann. Häufig verläuft eine Infektion ganz ohne Symptome.

Wie verbreitet sind Mykoplasmen?

  • Mycoplasma genitalium wird zunehmend als eigenständige sexuell übertragbare Infektion anerkannt.
  • Genaue Zahlen sind nicht bekannt, da es in Deutschland keine Meldepflicht gibt.
  • Betroffen sein können alle sexuell aktiven Menschen.

Wie werden Mykoplasmen übertragen?

  • Beim Sex durch Kontakt mit infizierten Schleimhäuten, vaginal und anal, seltener oral.
  • Auch über gemeinsam genutztes Sexspielzeug ist eine Übertragung möglich.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome senken das Risiko.
  • Bei Beschwerden gezielt testen lassen, statt vorsorglich Antibiotika zu nehmen, um Resistenzen zu vermeiden.

Welche Symptome können auftreten?

Oft keine. Wenn doch, dann zum Beispiel:

  • Männer: Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre.
  • Frauen: Ausfluss, Brennen, Zwischenblutungen, Unterbauchschmerzen.
  • Rektal: meist keine Beschwerden.

Wie wird getestet?

  • Urinprobe oder Abstrich, Nachweis per Nukleinsäuretest im Labor.
  • Bei Mycoplasma genitalium wird zusätzlich auf Antibiotika-Resistenzen getestet.

Wie wird behandelt?

  • Behandelt wird gezielt mit Antibiotika, vor allem bei Beschwerden oder nachgewiesenem Mycoplasma genitalium.
  • Weil Resistenzen zunehmen, richtet sich die Wahl des Mittels nach dem Ergebnis des Resistenztests.
  • Sexualpartner*innen werden in der Regel mitbehandelt.

Gut zu wissen

  • Nicht jeder bakterielle Nachweis bedeutet, dass eine Behandlung nötig ist.
  • Unnötige Antibiotika fördern Resistenzen.
  • Bei anhaltenden Beschwerden ohne klare Ursache kann ein gezielter Test sinnvoll sein.

Was sind Ureaplasmen?

Ureaplasmen sind sehr kleine Bakterien ohne feste Zellwand. Sie gehören zur selben Familie wie Mykoplasmen und besiedeln bei vielen Menschen ganz natürlich die Harnwege und Geschlechtsorgane. In den meisten Fällen sind sie harmlos, unter bestimmten Umständen können sie aber Beschwerden verursachen.

Sind Ureaplasmen eine Geschlechtskrankheit?

  • Ureaplasmen gelten nicht als klassische sexuell übertragbare Infektion.
  • Sie lassen sich bei vielen gesunden, sexuell aktiven Menschen nachweisen, ohne dass Beschwerden bestehen.
  • Sie können beim Sex weitergegeben werden, verursachen aber meist keine Erkrankung. Sie können jedoch in bestimmten Situationen medizinisch relevant sein, zum Beispiel wenn sie sich beispielsweise massiv vermehren und hartnäckige Entzündungen der Harnröhre oder der Prostata verursachen.

Wie verbreitet sind Ureaplasmen?

  • Ureaplasmen sind sehr häufig und gehören bei vielen Menschen zur normalen Besiedlung.
  • Sie kommen bei allen sexuell aktiven Menschen vor, bei Frauen jedoch häufiger.
  • In Deutschland gibt es keine Meldepflicht, daher sind genaue Zahlen nicht bekannt.

Wie werden Ureaplasmen übertragen?

  • Beim Sex durch Kontakt mit Schleimhäuten, vaginal und anal, seltener oral.
  • Von der schwangeren Person auf das Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt.

Welche Beschwerden können Ureaplasmen verursachen?

  • In den allermeisten Fällen verursachen sie keine Beschwerden.
  • In manchen Fällen werden sie mit einer Entzündung der Harnröhre in Verbindung gebracht, zum Beispiel mit Brennen beim Wasserlassen oder Ausfluss.
  • Diskutiert wird auch eine mögliche Beteiligung an Entzündungen im Genitalbereich, die wissenschaftliche Bewertung ist hier aber uneinheitlich.
  • Bei Beschwerden sollten zuerst die klassischen Erreger wie Chlamydien, Gonorrhö, Mycoplasma genitalium oder Trichomonaden abgeklärt werden.

Ureaplasmen in der Schwangerschaft

  • In der Schwangerschaft können Ureaplasmen in Einzelfällen eine Rolle spielen, etwa bei vorzeitigen Wehen oder einer Frühgeburt.
  • Sie können während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden und in seltenen Fällen zu Infektionen beim Kind beitragen.
  • Ob getestet oder behandelt wird, entscheidet die ärztliche Betreuung individuell.

Sollte man auf Ureaplasmen testen?

  • Ohne Beschwerden wird ein gezielter Test in der Regel nicht empfohlen.
  • Ein positiver Befund allein bedeutet meist keinen Handlungsbedarf.
  • Sinnvoll kann ein Test bei anhaltenden Beschwerden ohne andere Ursache oder in bestimmten Situationen in der Schwangerschaft sein.

Wie werden Ureaplasmen behandelt?

  • Ohne Beschwerden werden Ureaplasmen in der Regel nicht behandelt.
  • Bestehen Beschwerden und lässt sich keine andere Ursache finden, kann eine gezielte Behandlung mit Antibiotika sinnvoll sein.
  • Weil Ureaplasmen keine Zellwand haben, wirken bestimmte Antibiotika nicht, die passende Auswahl trifft die ärztliche Betreuung.
  • Unnötige Antibiotika fördern Resistenzen, daher wird nicht vorsorglich behandelt.

Gut zu wissen

  • Ein positiver Ureaplasmen-Befund ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge.
  • Bei anhaltenden Beschwerden oder in der Schwangerschaft hilft ein ärztliches Gespräch weiter.
  • Sexualpartner*innen werden nur dann mitbehandelt, wenn tatsächlich eine Behandlung nötig ist.

Was ist Hepatitis A?

Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöste Entzündung der Leber. Sie verläuft fast immer akut, heilt in der Regel von selbst aus und wird nicht chronisch. Gegen Hepatitis A gibt es eine wirksame Impfung.

Wie verbreitet ist Hepatitis A?

  • Weltweit verbreitet, vor allem in Regionen mit geringeren Hygienestandards.
  • In Deutschland eher selten, es kommt aber immer wieder zu Ausbrüchen, unter anderem bei Männern, die Sex mit Männern haben.

Wie wird Hepatitis A übertragen?

  • Über kleinste Spuren von Stuhl, die in den Mund gelangen (Schmierinfektion).
  • Beim Sex vor allem durch oral-analen Kontakt.
  • Über verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser, besonders auf Reisen.

Wie kann man sich schützen?

  • Impfung: der wirksamste Schutz, besonders empfohlen bei erhöhtem Risiko und vor Reisen.
  • Lecktücher oder Handschuhe bei oral-analem Kontakt.
  • Gründliches Händewaschen, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Oft mild oder ganz ohne Beschwerden, gerade bei Kindern.
  • Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Druckgefühl im Oberbauch.
  • Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), dunkler Urin, heller Stuhl.

Wie wird getestet?

  • Bluttest auf Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus.
  • Der Test zeigt auch, ob durch eine frühere Infektion oder eine Impfung bereits ein Schutz besteht.

Wie wird behandelt?

  • Es gibt keine spezielle antivirale Behandlung, die Infektion heilt meist von selbst.
  • Wichtig sind Schonung und der Verzicht auf Alkohol, um die Leber zu entlasten.
  • Bei stärkeren Beschwerden begleitet ein Ärzt*innen-Team den Verlauf.

Gut zu wissen

  • Nach durchgemachter Infektion oder Impfung ist man in der Regel lebenslang geschützt.
  • Eine Impfung lohnt sich besonders bei erhöhtem Risiko oder vor Fernreisen.

Was ist Hepatitis B?

Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus ausgelöste Entzündung der Leber. Sie kann akut verlaufen und ausheilen oder chronisch werden. Gegen Hepatitis B gibt es eine sehr wirksame Impfung.

Wie verbreitet ist Hepatitis B?

  • Weltweit eine der häufigsten Virusinfektionen der Leber.
  • In Deutschland dank der Impfung rückläufig.
  • Wird das Virus im Säuglingsalter übertragen, verläuft es besonders häufig chronisch.

Wie wird Hepatitis B übertragen?

  • Über Blut und Körperflüssigkeiten wie Sperma und Vaginalsekret, das Virus ist sehr ansteckend.
  • Beim Sex über Schleimhautkontakt.
  • Über gemeinsam genutzte Nadeln oder Spritzen.
  • Von der Mutter auf das Kind während der Geburt.

Wie kann man sich schützen?

  • Impfung: der beste Schutz, sie wird für alle Kinder empfohlen und ist auch für Erwachsene möglich.
  • Kondome senken das Risiko deutlich.

Welche Symptome können auftreten?

  • Oft keine spürbaren Beschwerden.
  • Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen.
  • Gelbsucht, dunkler Urin.
  • Eine chronische Infektion bleibt oft lange unbemerkt und kann die Leber schädigen.

Wie wird getestet?

  • Bluttest, der eine akute oder chronische Infektion erkennt.
  • Aus dem Blut lässt sich außerdem ablesen, ob bereits ein Impfschutz besteht.

Wie wird behandelt?

  • Eine akute Infektion heilt meist von selbst aus und wird vor allem symptomatisch begleitet.
  • Eine chronische Infektion lässt sich mit antiviralen Medikamenten gut kontrollieren.
  • Eine ärztliche Begleitung hilft, die Leber langfristig im Blick zu behalten.

Gut zu wissen

  • Die Impfung ist der zuverlässigste Schutz.
  • Nach einem möglichen Kontakt kann eine rasche Impfung, teils zusammen mit Antikörpern, noch schützen.
  • Früh erkannt, lassen sich Spätfolgen für die Leber vermeiden.

Was ist Mpox?

Mpox (früher Affenpocken genannt) ist eine Viruserkrankung, die unter anderem beim Sex über engen Haut- und Schleimhautkontakt übertragen werden kann. Der Verlauf ist meist mild, aber unangenehm. Gegen Mpox gibt es eine Impfung.

Wie verbreitet ist Mpox?

  • Seit 2022 kommt es weltweit vermehrt zu Fällen.
  • Betroffen sind vor allem Netzwerke von Männern, die Sex mit Männern haben.
  • In Deutschland treten Fälle einzeln oder in kleineren Ausbrüchen auf.

Wie wird Mpox übertragen?

  • Über engen Körper- und Hautkontakt, vor allem mit den typischen Hautveränderungen.
  • Beim Sex durch Kontakt mit Bläschen oder Schleimhäuten.
  • Über Tröpfchen bei sehr engem Kontakt sowie über kontaminierte Gegenstände, Handtücher oder Wäsche.

Wie kann man sich schützen?

  • Impfung: für Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen.
  • Engen Kontakt meiden, wenn Symptome oder Hautveränderungen bestehen.
  • Kondome senken das Risiko, können es wegen des Hautkontakts aber nicht ausschließen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Hautausschlag mit Bläschen und Pusteln, oft im Genital- und Analbereich, im Gesicht oder an den Händen.
  • Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen.
  • Geschwollene Lymphknoten, allgemeines Krankheitsgefühl.

Wie wird getestet?

  • Abstrich von einer Hautveränderung wie einem Bläschen oder einer Pustel.
  • Die Probe wird im Labor per PCR auf das Virus untersucht.

Wie wird behandelt?

  • In den meisten Fällen heilt Mpox von selbst aus, im Vordergrund steht die Linderung der Beschwerden.
  • In schwereren Fällen können antivirale Medikamente eingesetzt werden.
  • Bei Verdacht hilft eine ärztliche Einschätzung weiter.

Gut zu wissen

  • Die Impfung bietet guten Schutz.
  • Bei Verdacht ist es sinnvoll, enge Kontakte zu informieren und ärztlichen Rat einzuholen.
  • Nach einer durchgemachten Erkrankung besteht in der Regel eine langjährige Immunität; seltene erneute Ansteckungen sind zwar möglich, verlaufen dann aber meist deutlich milder.

Was sind Filzläuse?

Filzläuse (auch Schamläuse genannt) sind kleine Parasiten, die sich vor allem in der Schambehaarung einnisten und dort Blut saugen. Sie sind harmlos, aber lästig, und lassen sich gut behandeln.

Wie verbreitet sind Filzläuse?

  • Weltweit verbreitet.
  • Sie können alle sexuell aktiven Menschen betreffen, unabhängig vom Alter.

Wie werden Filzläuse übertragen?

  • Durch engen Körperkontakt, vor allem beim Sex.
  • Seltener über gemeinsam genutzte Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome schützen nicht, da die Übertragung über den Hautkontakt erfolgt.
  • Bei einem Befall engen Kontakt meiden, bis die Behandlung abgeschlossen ist.
  • Handtücher, Bettwäsche und Kleidung heiß waschen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Juckreiz im Intimbereich, oft stärker in der Nacht.
  • Mit bloßem Auge oder einer Lupe sichtbare Läuse und deren Eier (Nissen).
  • Kleine bläuliche Flecken oder Kratzspuren auf der Haut.

Wie wird getestet?

  • Meist eine Blickdiagnose, denn Läuse und ihre Eier (Nissen) sind oft mit bloßem Auge erkennbar.
  • Bei Unsicherheit hilft eine Lupe, um die Tiere und Nissen im Haar zu bestätigen.

Wie wird behandelt?

  • Spezielle Mittel aus der Apotheke, zum Beispiel Cremes oder Lösungen mit Permethrin.
  • Zusätzlich kann das Entfernen der Haare helfen.
  • Handtücher, Bettwäsche und Kleidung waschen und Partner*innen mitbehandeln.

Gut zu wissen

  • Filzläuse übertragen keine weiteren Krankheiten.
  • Sie sind gut behandelbar.
  • Bei einem Befall lohnt sich ein Test auf weitere sexuell übertragbare Infektionen.

Was ist Krätze?

Krätze (medizinisch Skabies) ist eine Hauterkrankung durch Krätzmilben, die feine Gänge in die oberste Hautschicht graben. Sie führt zu starkem Juckreiz, ist aber gut behandelbar.

Wie verbreitet ist Krätze?

  • Weltweit verbreitet.
  • Krätze wird nicht nur beim Sex übertragen, enger Hautkontakt beim Sex ist aber ein möglicher Weg.

Wie wird Krätze übertragen?

  • Durch längeren, engen Haut-zu-Haut-Kontakt, auch außerhalb von Sex.
  • Seltener über gemeinsam genutzte Textilien wie Bettwäsche oder Kleidung.

Wie kann man sich schützen?

  • Kondome schützen nicht, da die Übertragung über den Hautkontakt erfolgt.
  • Bei einem Befall engen Körperkontakt meiden, bis die Behandlung abgeschlossen ist.
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung waschen.

Welche Symptome können auftreten?

  • Starker Juckreiz, oft besonders nachts.
  • Feine Gänge, kleine Bläschen oder Knötchen auf der Haut.
  • Typische Stellen sind Hände, Genitalbereich, Achseln und Ellenbeugen.

Wie wird getestet?

  • Untersuchung der Haut auf die typischen Gänge und Hautveränderungen.
  • Bei Bedarf werden Milben oder Gänge mit einem Auflichtmikroskop sichtbar gemacht.

Wie wird behandelt?

  • Cremes zum Auftragen, zum Beispiel mit Permethrin, oder Tabletten.
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleidung waschen.
  • Enge Kontakte und Partner*innen werden in der Regel mitbehandelt.

Gut zu wissen

  • Der Juckreiz kann nach erfolgreicher Behandlung noch eine Weile anhalten.
  • Krätze ist gut heilbar.
  • Bei einem Befall lohnt sich ein Test auf weitere sexuell übertragbare Infektionen.